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Zwölfjähriger ist mit Kunst und Motoren erfolgreich

07.05.26 | Weser Kurier

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Mathe und Sport – das sind die Lieblingsfächer von Thees Kluge. Kunst mag der Siebtklässler des Willms-Gymnasiums in Delmenhorst hingegen nicht besonders. Das verwundert auf den ersten Blick. Denn der Zwölfjährige ist ein Künstler, und zwar ein erfolgreicher. Beim Landeswettbewerb „Jugend gestaltet“ gehörte er 2026 zu den Besten. Drei Werke reichte Kluge ein – alle wurden für die kuratierte Ausstellung im Kubus in Hannover ausgewählt. „Ich war der Einzige mit drei Bildern“, sagt der Willmser stolz.

Dass er den Kunstunterricht nicht sonderlich mag, erklärt der Zwölfjährige mit der fehlenden künstlerischen Freiheit. „Außerdem mag ich Tusche nicht“, ergänzt er. Diese sei von ihrer Konsistenz her keine gute Farbe. „Und das ist nicht gut für Kunst“, merkt er an.

Willms macht Erfolg sichtbar

Es ist bereits das zweite Mal, dass Thees Kluge an dem Kunstwettbewerb „Jugend gestaltet“, der alle zwei Jahre für Schüler zwischen zehn und 20 Jahren ausgetragen wird, teilgenommen hat. Auch 2024 war er erfolgreich dabei. Damals belegte eines seiner eingereichten Bilder den zweiten Platz. Eine großformatige Nachbildung davon durfte der Schüler mit Sprühfarbe auf der Wand direkt links neben dem Eingang zum Willms-Gymnasium verewigen. „Wenn unsere Schüler etwas Tolles machen, dann soll das auch sichtbar sein“, sagt Schulleiter Stefan Nolting. Gerade bei Kunst biete sich das an.

Beim diesjährigen Wettbewerb von „Jugend gestaltet“ hat Kluge keinen der drei ersten Plätze belegt, was daran liegt, dass dieses Mal keine gesonderten Platzierungen vergeben wurden. Aus gut 1000 Einreichungen wählte eine unabhängige Jury 110 Werke für eine kuratierte Ausstellung aus. Zu der Ausstellung erschien außerdem ein Katalog mit farbigen Abbildungen aller Arbeiten.

Drei sehr unterschiedliche Werke

Die drei Arbeiten, die der zwölfjährige Delmenhorster einreichte, waren sehr verschieden. „Die Jury hat sicher nicht gemerkt, dass sie alle von mir sind“, ist er überzeugt. Wie der Schüler berichtet, hätten sich einige Jury-Mitglieder im Nachgang überrascht gezeigt, als sie sahen, dass die Werke von ihm sind. Denn bei der Bewertung der Einreichungen sind die Arbeiten anonymisiert.

Eines der Werke von Kluge zeigt ein Baumhaus, das mit Linoleumdruck gemacht ist. Den Hintergrund hat der Zwölfjährige mit Farbe gesprüht. Es entstand in der Artothek in Delmenhorst, wo der Schüler in der Vergangenheit regelmäßig arbeitete. Zuletzt ist er dort jedoch weniger anzutreffen, weil er „Lust auf was anderes“ hat, wie er sagt: „Ich mache mehr zu Hause.“

Das zweite Werk ist eine Farbradierung, bei der das Motiv auf eine durchsichtige Scheibe gestochen wird. Anschließend kommt Farbe drauf, die nur in den Rillen zurückbleibt. „Es ist das Gegenteil von Linoleumdruck“, erklärt der Schüler.

Das dritte Werk ist ein Modell eines Oldtimers, und zwar ein Volvo PV 445 Duett von 1957. Es ist mit Linoleumdruck auf Papier entstanden. „Das war vier bis fünf Monate Arbeit“, berichtet Kluge. Anschließend habe er das Modell noch zusammengebaut, was weitere zwei Stunden beanspruchte. Dieses Werk konnte der Schüler sogar bereits verkaufen – an die Chefin der Artothek in Hannover.

Welche zweite Leidenschaft der Willmser hegt

In diesem dritten Kunstobjekt spiegelt sich noch eine weitere Leidenschaft von Thees Kluge wider: die für Technik. Vor allem Autos und Motoren haben es dem Zwölfjährigen angetan. „In diesem Bereich würde ich später gern etwas machen.“ Und so verwundert es nicht, dass der Siebtklässler auch beim diesjährigen Wettbewerb „Jugend forscht“ mitgemacht hat. Angetreten ist er mit einem Motor aus dem 3D-Drucker. „Angetrieben wird er mit Backpulver, Wasser und Zitronensäure“, erklärt Kluge. Allerdings räumt der Schüler ein, dass der Druck, der durch das Gemisch erzeugt wird, nicht groß genug ist. Nichtsdestotrotz hat er mit dieser Idee beim Regionalentscheid in Diepholz gewonnen.

Beim Landesentscheid in Einbeck reichte es nicht zum Sieg. Davon unterkriegen lässt sich der Siebtklässler aber nicht. „Wenn eine Idee gut ist, muss man weitermachen“, sagt er. Und das hat er. Kluge hat an der Idee gefeilt und erst vergangene Woche ein neues Modell gebaut, dieses Mal aus Lego. „Da gibt es gasdichte Pumpen“, erläutert er. Der Vorteil sei außerdem, dass die Lego-Teile genormt und aufeinander abgestimmt sind.

Eine ungewöhnliche Kombination

„Thees ist ein Multitalent“, zeigt sich der stellvertretende Schulleiter Klaas Wiggers sichtlich stolz. Seine beiden Leidenschaften für Kunst und Technik sind eine ungewöhnliche Kombination. Der Zwölfjährige zeigt jedoch, dass das eine das andere nicht ausschließt.