Zum 125-jährigen Jubiläum des Willms-Gymnasiums kamen viele Ehemalige nach Delmenhorst. Schulleiter Nolting hob den besonderen „Willms-Geist“ hervor. Die Schule ist für ihre Bildung weit bekannt.
Schulleiter Stefan Nolting begrüßte Dienstag geladene Gäste, darunter viele Ehemalige, zum Festakt für das 125-jährige Bestehen des Gymnasiums an der Willmsstraße. Er erinnerte in seiner launigen Ansprache auch an die Teilnahme der höheren Bildungsanstalt an der Schulinspektion, zu der man 2013 als Pilotschule eingeladen war. Die Kommission würdigte das Gymnasium, das bei der Überprüfung „überdurchschnittlich gut“ abgeschnitten hatte. Besonders hervorgehoben wurde seinerzeit die Anmerkung, es gebe in Delmenhorst einen besonderen „Willms-Geist“, was Nolting als besondere Wertschätzung verstand.
Im Jahre 1901 war die Schule als Knabenschule gegründet worden, sagte Oberbürgermeisterin Petra Gerlach. Erst im Jahr 1956 erhielt sie ihren aktuellen Namen. „Im damals schönsten Gebäude der Stadt“, wie sie anmerkte. Heute sei das Willms weit über die Grenzen hinaus anerkannter Standort für mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung. Sie richtete ihre Gratulation an das Kollegium, die Elternschaft und rund 1200 Schülerinnen und Schüler: „Alles Gute, liebes Willms“.
Gerlach würdigte das Engagement in der Begabtenförderung und hob auch das soziale Eintreten für Schwächere hervor. International sei die Schule viele Jahre für ein Projekt in Harare in Simbabwe aktiv gewesen. Seitdem diese Kooperation nicht mehr erwünscht war, wurde im Jahre 2006 ein Projekt in Namibia ausgesucht, wo die Stiftung steps for children in Okakarara Aids-Waisen und andere traumatisierte Kinder unterstützt. „Seien Sie sicher, dass das Geld, was hier gesammelt wird, dort gut ankommt“, so Gerlach, die berichtete, das Projekt persönlich besucht zu haben. Sie sei „stolz auf die Vergangenheit der Schule“ und optimistisch, „mutig in die Zukunft zu schauen“. Zum Abschluss ihrer Rede überreichte sie der Schule als Jubiläumsgeschenk der Stadt Delmenhorst einen Scheck in der Höhe von 625 Euro, merkte dazu aber an, dass die Stadt die Schule grundsätzlich unterstütze.
Heike Roy überbrachte die Gratulation des Regionalen Landesamts für Schule und Bildung in Osnabrück. Die Innovationen vom Standort Delmenhorst würden regelmäßig bei der Behörde ankommen, die Arbeit der Schule genieße hohes Ansehen als „digitaler Leuchtturm“. „Otto wäre begeistert“, so Roy, die an den Namensgeber der Schule, den ehemaligen Bürgermeister Delmenhorsts, Otto Willms, erinnerte. Das Willms sorge regelmäßig für wichtige Updates in einem bewundernswerten Download-Tempo. Vieles von dem, was in Delmenhorst angepackt wird, habe Werkstattcharakter. Das Gymnasium würde kritische Geister fördern und die Entwicklung gut voranbringen.
Glückwünsche auch aus Reihen der Eltern
Auch Meike Eberle beglückwünschte als Schulelternratsvorsitzende das Willms zum Jubiläum, wobei sie vor allem auf die Rolle der Eltern in Bezug zur Schule einging. Sie sieht Elternarbeit an der Schule als einen wichtigen Teil der Schulgemeinschaft. „Eltern sind die Außenstelle der Schule zuhause“, so Eberle. Sie könnten mit ihrer Perspektive die „Brücke zwischen Schule und Zuhause“ sein. Dabei merkte sie an, dass dies kein Selbstläufer sei, sondern ein „gemeinsamer Weg“. Vor allem in der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule sieht sie eine besondere Stärke des Willms-Gymnasiums. Sie erhofft sich außerdem, dass das Willms ein Ort bleibt, an dem Ideen wachsen, Freundschaften entstehen und bestehen und ein gemeinsames Gestalten der Schule möglich wird.
Schüler des Willms stellten eine Zeitkapsel vor, welche sie gemeinsam mit der Lemwerderaner Werft Abeking & Rasmussen, unterstützt von der Firma Gravi-tec, gebaut hatten. Darin werden bis Ende dieses Jahres Erinnerungen an die Schulaktivitäten gesammelt. Die Kapsel wird dann deponiert und soll erst nach 125 Jahren von einer nachfolgenden Schülergeneration geöffnet werden, um Rückschlüsse auf die heutige Zeit zu geben. Zum Inhalt gehören jeweils ein- bis zweiseitige Briefe, die jeder Jahrgang zu einem bestimmten Thema verfasst hatte. Dabei wurden beispielsweise die Politik, Trends und Schule im Jahr 2026 thematisiert. Zusätzlich zu den Briefen fanden auch eine Chronik der Schule, das Willms-Logo und Beigaben der Redner in der Zeitkapsel Platz.
Persönliche Entwicklung wiegt mehr als nur Noten
Die Abschlussrede hielten die beiden Schülervertreter Seniz Tiryaki und Gabriel Zaiton. Laut Seniz Tiryaki sei das Willms ein „Ort voller Erinnerungen, Chancen und Entwicklung“, welcher vor allem durch die Menschen geprägt werde. Mit den Worten „Schule besteht aus Menschen und wir alle sind Teil von 125 Jahren Willms“, richtete sich Tiryaki ans Publikum. Zaiton fügte hinzu, dass das Willms ein Ort sei, an dem die persönliche Entwicklung eine größere Rolle spiele als die Noten. Für ihn sei die Schule ein Ort, der Menschen geprägt habe und an dem es vor allem um die Zukunft gehe. Dies sehe man auch an den zahlreichen innovativen, sozialen und technischen Projekten, welche die Schule durchführe. Zum Abschluss wünschte er sich drei Dinge für die weitere Zukunft des Gymnasiums: Das Willms solle ein Ort bleiben, der sich wie ein Zuhause anfühlt, an dem man neugierig und mutig sein kann und an dem neue Freundschaften entstehen.













