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Willms-Schüler entwickeln App für fairere Noten im Sportunterricht – Finale in Samsung-Wettbewerb

17.07.25 | NOZ / Delmenhorster Kreisblatt

Vorherige Pressebeiträge

Nicht alle Schüler sind im Sportunterricht gleich gut. Das resultiert in unfairen Bewertungen. Eine App könnte das bald ändern – so die Idee von Schülern des Willms-Gymnasiums in Delmenhorst.

Ein Roboter als Lehrer oder Filme über Fake News: Am Willms-Gymnasium in Delmenhorst beschäftigen sich die Schüler schon länger mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) – und sind dabei in Wettbewerben durchaus erfolgreich. Das jüngste Beispiel: Fünf Schülerinnen und Schüler haben am Samsung Wettbewerb „Sports & Tech“ teilgenommen, mit einem „grandiosen Abschneiden“, wie Lehrer Klaas Wiggers sagt.

Das soll die App leisten

Die Idee: Durch eine KI-gestützte Analyse individuelle Leistungszugewinne im Sportunterricht für die Notengebung heranzuziehen. „Ich glaube, jeder hat sich schon einmal unfair behandelt gefühlt im Sport“, sagt Kamil Adamowicz. „Oder es von anderen zumindest mitbekommen.“ Genau hier lag der Ansatz für die Jugendlichen. Die Schüler sollen sich von der KI beraten lassen: Wo geht noch mehr? Und auf welchem Weg? Ganz nach dem Motto: Nicht alle sind gleich schnell, aber jeder kann wachsen.

„Der Sportunterricht ist auf starren Normen aufgebaut“, sagt Alica Böttjer aus dem Team. Sie ist selbst körperlich beeinträchtigt und habe schon oft Lehrer davon überzeugen müssen, dass sie die eine oder andere Übung deshalb nicht ausführen kann. „Meistens geht das nur über ein ärztliches Attest.“

Mit ihrer „Skillfit“-App, so die Hoffnung des jungen Teams, könnten Schüler in Zukunft ihr volles Potenzial ausschöpfen – aber eben ganz individuell. „Die KI soll über die Kamera die Bewegungsabläufe analysieren“, erklärt Alica Böttjer. Eine individuelle Bewertung durch die Lehrkräfte könnte so ermöglicht werden.

Finale in Berlin

Mit dieser Idee hat das Team, das neben Alica Böttjer und Kamil Adamowicz noch Nikita Wittmer, Gabriel Zaiton und Nuria Boßmann Otero umfasst, es unter die fünf besten des Samsung-Wettbewerbs „Sports & Tech“ geschafft und den Community Choice Award sogar bereits gewonnen. Ursprünglich hatten 150 Teams teilgenommen. Die Delmenhorster stehen nach einem Halbfinale in Frankfurt nun im Finale, das im September in Berlin ausgetragen wird.

Das ist der große Preis

Wer es unter die Top drei schafft, kann den „Pitch“ dann bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand präsentieren. „Das wäre eine große Ehre“, sagt Gabriel Zaiton. Er und seine Mitstreiter können noch immer nicht recht begreifen, was ihnen gelungen ist. Schließlich haben sie nur rund zwei Monate in die Entwicklung des Konzepts investiert, nachdem Gabriel auf der Plattform LinkedIn auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht wurde. Alica sagt: „Die anderen Teams arbeiten da schon Monate oder Jahre dran.“

„Es ist gar nicht so einfach, die Idee unter Druck schnell und effektiv weiterzuentwickeln.“
Kamil Adamowicz

Auch wenn sie die jüngsten im Wettbewerb sind, die Samthandschuhe wurden für die Delmenhorster nicht ausgepackt. Im Gegenteil: Kritische Fragen mussten und müssen sie sich gefallen lassen – denn das Konzept soll sich bis zum Finale noch weiterentwickeln. Zur Seite stehen den Schülern dabei Mentoren, von Samsung selbst oder auch aus dem Fraunhofer-Institut. „Es ist gar nicht so einfach, die Idee unter Druck schnell und effektiv weiterzuentwickeln“, findet Kamil Adamowicz. Trotzdem ist die Hoffnung groß: Die Fahrt nach Mailand und natürlich auch das Preisgeld wären für das Team die größte Bestätigung.

Und wenn es nicht klappt? „Dann werden wir die Idee nicht einfach fallen lassen“, sagt Gabriel Zaiton. Er und sein Team sind der festen Überzeugung, dass der Sportunterricht revolutioniert werden könnte. Und dass die KI dabei eine große Chance sein kann.