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Jugendliche debattieren über Extremismus

20.08.16 | NWZ

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Mit dem Thema Extremismus befassten sich am Donnerstag Schüler des Gymnasiums an der Willmsstraße: Dort fand ein Jugendkongress für die Schüler der neunten und zehnten Klassen statt. Es war der zweite Jugendkongress an der Schule.

Der Tag begann mit einer Podiumsdiskussion, bei der neben Oberbürgermeister Axel Jahnz und Schulleiter Stefan Nolting auch Friedhelm Meier vom Niedersächsischen Innenministerium, Petra Gerlach, Fachbereichsleiterin Gesundheit der Stadt Delmenhorst, Islamwissenschaftler Dr. Götz Nordbruch und Franz-Josef Franke, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Delmenhorst/Oldenburg-Land anwesend waren. Moderiert wurde die Diskussion von den Schülersprechern David Zander und Alina Pohl. Am Nachmittag fanden Workshops zu Themen wie „Geschlechterrollen im Islam“ oder „Musik im Rechtsextremismus“ statt.

Für die Podiumsdiskussion hatten die Schüler bereits im Vorfeld Fragen vorbereitet, die sich im Wesentlichen in zwei Bereiche aufteilen ließen: Extremismus und Flüchtlinge. Die wurden dann von den Schülersprechern noch einmal zusammengefasst. Nolting zeigte sich beeindruckt von seinen Schülern: „An den Fragen mussten wir nicht viel ändern. Ich denke, das spricht für das Problembewusstsein unserer Schüler.“

Unter den Fragen seien harte Nüsse gewesen, wie etwa: „Gäbe es weniger Extremismus ohne Religionen?“ Aber auch praktisch orientierte Fragen wie zum Beispiel: „Wie können Jugendliche Flüchtlingen helfen?“

Franke vom Diakonischen Werk gab einen Einblick in eben diese praktische Hilfe. „Hier in Delmenhorst ist die Unterbringung der Flüchtlinge sehr gut und unaufgeregt organisiert worden“, sagte er. Dazu beigetragen habe auch das große ehrenamtliche Engagement. Jetzt gehe es um die Integration der Flüchtlinge. „Da sind wir aber auf einem guten Weg“, erklärte er.

Islamwissenschaftler Nordbruch, der selbst am Willms-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, betonte, dass Extremismus keinesfalls eine Frage der Religion sei. „Extremisten suchen sich junge Leute in Krisensituationen, die Orientierung brauchen“, sagte er. Da gehörten natürlich auch junge, traumatisierte Flüchtlinge zu.

Zudem forderte er, müsse man sich von der Vorstellung trennen, dass die Menschen aus muslimischen Ländern allesamt sehr religiös sind. „Wir versuchen immer, sie über die Religion anzusprechen. Moscheen sind sicher wichtige Ansprechpartner aber genauso sollte man beispielsweise versuchen sie über Sportvereine zu erreichen.“