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Das Grundgesetz als Filmprojekt

19.02.21 | Weser Kurier

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Das Grundgesetz steht in Politik eigentlich erst in der 8. Klasse auf dem Lehrplan. Ein Film der VAD Schülerfirma des Willms-Gymnasiums soll den Sinn und Zweck nun auch Viertklässlern vermitteln.

Kurz vor seinem 72. Geburtstag erlebt das für Deutschland wohl wichtigste Schriftstück durch die Corona-Krise eine schwere Prüfung. Das Grundgesetz benennt viele Rechte und Freiheiten, die durch den Infektionsschutz gerade beschränkt sind. Umso mehr Bedeutung hat die Arbeit von drei Schülern des Willms-Gymnasiums. Die Video Audio Design Schülerfirma hat einen Film produziert, der Viertklässlern den Sinn und Zweck des Grundgesetzes vermitteln soll. Die Idee dafür entstand vor knapp zwei Jahren, als das Gymnasium den 70. Geburtstag der Verfassung mit einem großen Fest unter anderem mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) feierte.

Der Film setzt auf eine direkte Ansprache und richtet sich mit der Anrede „Du“ immer wieder direkt an die Grundschüler. Es sind Szenen mit Kindergruppen zu sehen, musikalische Untermalung erzeugt eine optimistische Grundstimmung. „Die Würde des Menschen, das ist ein schwieriger Begriff“, sagt der Sprecher. „Egal ob wir glücklich oder traurig sind, ob wir reich oder arm sind, wir sind alle gleich wertvoll. Das ist damit gemeint. Die Würde kann uns niemand nehmen.“

Schulleiter Stefan Nolting ist mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden: „Als Politiklehrer stehe ich immer wieder vor der Aufgabe, zu vermitteln, welche Ideen und Werte hinter diesen Gesetzen stehen.“ Den Schülern begegnet dieser Lehrstoff eigentlich erst in der achten Klasse. Auch hier kann das Video als Einstieg nützlich sein. Doch der Film soll auch Diskussionen bei Viertklässlern anregen.

Ein erster Testlauf hat bereits bestätigt, dass dies möglich ist. „Meine Schwester ist Grundschullehrerin, sie hat den Film bereits in zwei Klassen gezeigt“, sagt Wolfgang Etrich, Vorstandsmitglied der Volksbank Delmenhorst. Die Bank war der Auftraggeber für den Film und hat für die Produktion gezahlt. Denn die Schülerfirma ist keine Freizeit-AG, in der Schüler ihrem Hobby nachgehen. Die Firma soll wie ein kleines Unternehmen agieren. Die Schüler bemühen sich um Aufträge und verhandeln den Preis der Produktionen. Die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag war zum Beispiel schon zwei Mal Kundin. Die Einnahmen investieren die Schüler in die technische Ausrüstung oder in die Lizenzen für Computerprogramme.

Mit den Zwölftklässlern Carolin Kolbe, Nick Rother und Hannes Havekost hat die Schülerfirma mitten in der Pandemie einen Neustart gewagt. Denn die Schüler, die vor etwa vier Jahren den Anfang machten, stehen kurz vor den Abi-Prüfungen und haben deshalb keine Zeit mehr für die Filme. „Wir mussten als Team funktionieren, ohne uns treffen zu können. Das war nicht so leicht“, berichtet Carolin. Sie hat mit einem Praktikum beim NDR bereits einen ersten Eindruck von der Filmbranche bekommen. Nick bringt viel Vorwissen im Videoschnitt mit. Und Hannes motiviert der Unternehmergeist: „Mir gefällt auch das ökonomische Denken in der Schülerfirma.“