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Robert Franken sensibilisiert in Geschlechterfragen

20. Juni 2017 | Klaas Wiggers

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Am 14. Juni 2017 durfte das Willms einen spannenden Gast begrüßen: Robert Franken. Dieser leitete jahrelang als Geschäftsführer Internetplattformen wie chefkoch.de oder urbia.de, ehe er sich als Experte für Digitale Transformation selbstständig machte. Heute berät er dahingehend große Unternehmen oder verfasst Artikel und Blogs zu dem Thema. Zudem widmet er sich verstärkt einem Thema, das die Gesellschaft seit Jahren beschäftigt und auch in Zukunft beschäftigen wird: Geschlechterrollen und -vorstellungen. Er ist männlicher Feminist und betreibt die Internetplattform www.male-feminists-europe.org.

In der dritten und vierten Stunde des vergangenen Mittwochs gab Robert Franken sein Wissen hinsichtlich von Digitalisierung zunächst an den Wirtschaftsenglisch-Kurs von Frau Wenzel weiter.

In der fünften und sechsten Stunde traf sich Robert Franken mit dem gesamten 11. Jahrgang und Teilen des 10. Jahrgangs in der Aula des Willms. Nachdem die Gleichstellungsbeauftragte des Willms, Jutta Heinemann, das Kommen von Herrn Franken in die Veranstaltungsreihe unseres Gymnasiums zu Geschlechterfragen eingeordnet hatte, begrüßten die Schülersprecherin (Alina Pohl) und der Schülersprecher (David Zander) den Referenten. Nach einem kurzen Abriss seiner beruflichen Vita widmete sich Robert Franken vielseitigen Themen hinsichtlich des Geschlechterdiskurses, den insbesondere die jungen Erwachsenen von heute zu Ergebnissen führen müssten.

Aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen forderte Herr Franken wiederholt dazu auf: „Stop fixing the women – change the system instead!“ Das verstärkte Heranführen an und das Etablieren von Frauen in Führungspositionen solle nicht durch ein Anpassen der Frauen an männliche Leitbilder erfolgen. Vielmehr solle das Management zugleich verändert – bislang beeinflussten Führungspositionen die eigenen Lebenszufriedenheit stark negativ – und an die Kompetenzen und Anforderungen von Frauen angepasst werden. Dass derzeit eine Meritokratie in der Wirtschaft vorherrsche, die auch jeder Frau das Erreichen von Führungspositionen bei gleicher Kompetenz ermöglichen würde, entspräche nicht der Wahrheit. Vielmehr seien die Managements allein für Männer(-karrieren) designt.  Nur wenn dies akzeptiert und umgesetzt würde, sei ein Ende der „leaky pipelines“ möglich, die bislang bei den Beförderungen von BerufseinsteigerInnen bis in die Führungsetagen zu beobachten seien.

Mittels eines Werbespots von Always (#LikeAGirl) sensibilisierte Robert Franken zudem für herabsetzende Stereotype in der Gesellschaft, die es zu erkennen, zu reflektieren und abzumildern gelte.

Die Fragen und Diskussionen im Rahmen der Veranstaltungen, aber auch danach – auch zwei Tage später war der Vortrag noch Thema in der Schüler- und Lehrerschaft – zeigten, dass sich Zuhörer an den Vorstellungen von Robert Franken rieben, sich mit diesen identifizierten, diese ablehnten – und dabei immer eigene Rollenvorstellungen reflektierten.

Das Willms bedankt sich bei Robert Franken für die Impulse, die er in beiden Veranstaltungen Schülerinnen und Schülern wie auch Lehrkräften gab. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ist für das kommende Schuljahr bereits fest geplant.