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Wer den Regionalentscheid von Jugend debattiert am Willms gewann

28.01.26 | Weser Kurier

Vorherige Pressebeiträge

Klar argumentieren, keine Zwischenrufe – das wurde wieder beim Entscheid des Regionalverbundes Diepholz von “Jugend debattiert” beherzigt. Welche vier Schüler siegten und beim Landeswettbewerb dabei sind.

Mit eigenen Standpunkten überzeugen und damit eine Debatte inhaltlich bereichern und eventuell für sich entscheiden, das war der Dreh- und Angelpunkt beim diesjährigen Entscheid des Regionalverbundes Diepholz von “Jugend debattiert”, der am Willms-Gymnasium in Delmenhorst ausgetragen wurde. Auch Matthias Hollmann vom Willms mischte als einer von bis zu 14 Schülern im Wettbewerb mit. Der Delmenhorster Oberstufenschüler konnte bis in die Finalrunde vordringen, nachdem er in den “Hinrunden”- und “Rückrunden”-Debatten weiterkam.

Fertigmachen gibt Punktabzug

Wer jetzt denkt, dass sich bei “Jugend debattiert” Schülerinnen und Schüler hitzige Wortschlachten liefern, gegenseitig ins Wort fallen oder gar laut werden, sei eines Besseren belehrt. “Jemanden fertigmachen oder bloßstellen, all das würde hier direkt zu Punktabzügen führen”, stellte Jan Tonagel klar, Schulkoordinator am Willms-Gymnasium und Organisator des Wettbewerbs 2026. Jeder teilnehmende Schüler wird nach vier Kriterien beurteilt: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Überzeugungskraft und ganz wichtig: Gesprächsfähigkeit. Das meint laut Jury-Bewertungsbogen aufmerksam zuhören, ausreden lassen, sich genau auf das Thema beziehen, Einwände aufgreifen und die Beiträge kurz halten.

Das musste in der Finaldebatte beherzigt werden. Die Streitfrage darin lautete: Soll eine Kontaktgebühr für Arztbesuche erhoben werden? Hollmann vertrat mit Lana Langen vom Gymnasium Wildeshausen die Pro-Seite. Sie sprachen sich für eine Kontaktgebühr in Höhe von drei Euro pro Arztbesuch aus. Langen argumentierte, dass man dadurch 50 Prozent aller Arztbesuche in einer Wildeshauser Hausarztpraxis über eine telefonische Beratung verhindern könnte.

Die Kontra-Seite entgegnete, dass solch eine Gebühr gerade chronisch Kranke betreffen würde. Dabei führten sie eine “soziale Ungerechtigkeit” an, die dafür sorgen würde, dass Menschen, die eine medizinische Behandlung brauchen, durch die Erhebung abgeschreckt würden. Pro erwiderte und wies darauf hin, dass auch chronische Patienten sowie Notfälle von der Regelung ausgenommen seien.

Strikter Ablauf der Debatte

So entwickelte sich eine lebhafte, aber nie eskalierende Debatte über 20 Minuten lang zwischen den vier Kontrahenten, unterfüttert mit Statistiken. All das wusste auch die aus drei Lehrern bestehende Jury zu schätzen. Und es liegt an der strikten Reihenfolge in der Debatte: Pro eins fängt an, gefolgt von Kontra eins. Pro zwei ist als Drittes am Zug, Kontra zwei zuletzt. Zwei Minuten hat jeder Schüler Zeit für einen Beitrag, ein Zeitwächter erinnert notfalls mit einer Klingel. Die Jury bewertet die Schüler nach den vier eingangs erwähnten Kriterien auf einer Punkteskala von 0 bis 20.

Vorbereiten tut man sich auf beide Seiten, sagen Nils Richter und Claas Zahnert im Gespräch. Denn erst am Tag des Wettbewerbs wissen die Schüler, ob sie für oder gegen argumentieren müssen. Zwei bis drei Wochen vor dem Wettbewerb erhalten die Schüler ihren Angaben nach die Themen. Richter und Zahnert machen in diesem Jahr ihr Abitur und haben bereits an “Jugend debattiert” teilgenommen. Im vergangenen Jahr schaffte Richter es bis in den Landesentscheid.

Die Debattenkultur in diesem Turnierformat hat sich in den vergangenen Jahren nicht verändert, meint Tonagel. Das Emotionale werde noch zu großen Teilen weggelassen. “Ein Satz wie ‚Ihr Asylwahn muss ein Ende haben‘, den werden sie bei ‘Jugend debattiert’ nicht hören”, merkte der Lehrer an. Zahnert sagte, dass die Schüler eher progressiv als konservativ seien.

Die Gewinner

Hollmann ging mit einem guten Gefühl aus dem Finale, auch weil er auf die Gegenseite stets antworten konnte, “was nicht selbstverständlich ist”. In der Altersgruppe zwei für die Klassen elf bis 13 musste er sich Finn Schünemann vom Gymnasium Sulingen und Langen geschlagen geben. In der Altersgruppe eins für Klasse acht bis zehn setzten sich Talita Schröder vom Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen sowie Milas Görlich vom Gymnasium Wildeshausen durch. Beim Landesentscheid von “Jugend debattiert”, der im Landtag in Hannover ausgetragen wird, werden die jeweils Erst- und Zweitplatzierten aus beiden Altersgruppen vertreten sein.

Info

Folgende Schulen nahmen vom Regionalverbund Diepholz an “Jugend debattiert” teil: das Gymnasium Bruchhausen-Vilsen, Gymnasium Sulingen, Gymnasium Syke, Hildegard-von-Bingen-Gymnasium Twistringen, Gymnasium Wildeshausen, Willms-Gymnasium und die Oberschule Bassum.

Zur Sache

Schulinterner Wettbewerb am Maxe
Das Max-Planck-Gymnasium nimmt auch an “Jugend debattiert” teil, allerdings gehört es dem Regionalverbund Delmenhorst-Oldenburg an. Am 15. Januar stand der Schulentscheid am “Maxe” an. In der Altersgruppe eins qualifizierten sich Tom Heinrich, Timuçin Birinci und Marit Rahner aus der zehnten Klasse. In Altersgruppe zwei machten Jolina Klammer aus der 13., Ina Haverkamp aus der zwölften und Timo Bammann aus der 13. Klasse das Rennen. Der Regionalwettbewerb findet an diesem Donnerstag, 29. Januar, an der Kooperativen Gesamtschule Rastede statt. Diesem Verbund schließen sich außerdem die Liebfrauenschule Oldenburg, das Gymnasium Eversten Oldenburg, die Integrierte Gesamtschule Delmenhorst, das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Ahlhorn/Großenkneten und die Helene-Lange-Schule in Oldenburg an.