Willms Gymnasium

Gymnasium an der
Willmsstraße
27749 Delmenhorst
Tel.: 04221/14671

Slider

Präventionsprojekt am Willms: Lehrer helfen bei sozialen Kompetenzen

14.01.19 | Weser Kurier

Vorherige Pressebeiträge

Einige Lehrer vom Willms-Gymnasium lernten beim Präventionsprojekt „Erwachsen werden“ vom Lions Club, wie sie Jugendlichen soziale Kompetenzen vermitteln.

25 Lehrer des Willms-Gymnasiums haben sich am Wochenende in einer zweieinhalbtägigen Fortbildung noch einmal ganz bewusst in die Rolle ihrer Schüler begeben. Ziel der Schulung unter dem Motto „Erwachsen werden“ war es, Jugendliche so zu stärken, dass sie Verantwortung übernehmen und Selbstvertrauen aufbauen können. „In einem geschützten schulischen Rahmen sollen sie dabei auch lernen, über ihre Gefühle zu sprechen und zu ihren eigenen Wünschen und Werten zu stehen“, erklärt Trainerin Ingrid Frenkel, Berufsschullehrerin aus Lohne. Gewalt- und Drogenprävention ist dabei ein Teil des Programms. Die Fortbildung hat der Lions Club im Rahmen seines Programms „Lions Quest“ entwickelt, finanziert wurde das aktuelle Seminar von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH).

Streit ohne Gewalt beenden

Am Sonnabend ging es in vier Unterrichtseinheiten mit anschließender Reflexion etwa darum, wie man ohne Streit Konflikte lösen kann und dass sich eine geballte Faust auch wieder öffnen lässt. „Gerade in den fünften Klassen haben wir ständig damit zu tun, und da sind Strategien, die wir den Schülern an die Hand geben können, sehr hilfreich“, sagt Cornelia Zappetti aus dem Kollegium. „In meinen Fächern Biologie und Chemie kann ich aber keine Doppelstunde für Konfliktlösung erübrigen. Deshalb bin ich gespannt zu erfahren, wie wir das praktisch umsetzen können.“

„In der Pubertät werden die Hirne noch einmal neu formatiert“, erklärt Roswitha Hermanns-Zilse, die im Auftrag der Landesschulbehörde als Praxisbegleiterin für das Lions-Quest-Programm unterwegs ist. Deshalb sei es gerade in diesem Alter angebracht, die sozialen Kompetenzen und die Widerstandsfähigkeit zu stärken, um die Schüler fit fürs Leben zu machen. So müssten die Jugendlichen unter anderem lernen, alleinverantwortlich Entscheidungen zu treffen und auch die Konsequenzen ihres Handelns zu tragen. An der Lions-Quest-Schulung gefällt ihr vor allem, dass sie praxisorientiert ist und nicht bloß Vorträge aneinander reiht. „Die Lehrer können schon in der kommenden Woche in ihren Klassen mit der Umsetzung starten“, erläutert Hermanns-Zilse.

Willms-Schulleiter Stefan Nolting ist durchaus stolz auf sein Kollegium: „Bei der Erstabfrage hatten wir innerhalb von 48 Stunden über 30 freiwillige Meldungen für das Seminar, das zeigt das große Interesse“, sagt er. Insbesondere in den vergangenen vier Jahren habe sich an der Schule ein deutlicher Generationenwechsel vollzogen: „In diesem Zeitraum haben wir 50 junge Kolleginnen und Kollegen eingestellt. Die Präventionsprojekte sind nicht Teil der Lehrerausbildung, aber für die Schülerschaft in dieser Stadt sehr hilfreich“, betont Nolting.

Die Verantwortlichen des Lions-Clubs Delmenhorst hoffen, dass das Programm künftig auch an anderen Delmenhorster Schulen auf eine ähnlich große Resonanz stößt. Jörn Stilke, Delmenhorster Polizeichef und Lions-Club-Mitglied, sieht im Willms-Gymnasium zumindest „genau den richtigen Multiplikator.“ Ob Förderschulen, Oberschulen, Gymnasien oder Berufsschulen spiele dabei keine Rolle. Um das Projekt zu forcieren, hat Stefan Nolting die Vertreter des Lions-Clubs gebeten, das Programm „Erwachsen werden“ auf der nächsten Schulleiterkonferenz den Kollegen vorzustellen.

Die Inhalte richten sich zwar insbesondere an Schüler ab der fünften Klasse, allerdings berichtet Hermanns-Zilse von Überlegungen, die Seminare auch für Grundschullehrer zu öffnen. „Wir haben festgestellt, dass die Situation dort auch schwieriger wird“, sagt sie.