Willms Gymnasium

Gymnasium an der
Willmsstraße
27749 Delmenhorst
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Politikwissenschaftler warnt am Willms vor Antisemitismus

29.01.18 | Delmenhorster Kreisblatt

Vorherige Pressebeiträge

Eine Wiederholbarkeit des Holocausts schloss Daniel Schwammenthal aus. Dennoch mahnte der Direktor des „Transatlantischen Instituts des American Jewish Commitees“ bei seinem Vortrag zum Holocaust-Gedenktag am Gymnasium an der Willmsstraße die Politikwissenschaftler zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber Antisemitismus. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte in Zusammenarbeit mit der Schulleitung eingeladen.

Schüler gestalten Ausstellung

Die zehnten Klassen hatten sich vorab mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte beschäftigt. Herausgekommen ist dabei eine Ausstellung mit Zeitzeugenberichten und auch einigen Artikeln aus den Archiven des Delmenhorster Kreisblatts. Mit seinem Vortrag zum Thema „80 Jahre Reichspogromnacht – Schoah, Judenverfolgung im Nationalsozialismus und Antisemitismus heute“ stellte Schwammenthal nun den Gegenwartsbezug her.

Wachsendes antisemitisches Gedankengut

Schwammenthals Eltern wanderten einst von Israel nach Deutschland aus. Als gebürtiger Deutscher und Jude stellt er in ganz Europa einen ansteigenden Antisemitismus fest. Grund hierfür ist einerseits eine Kritik an Israels Politik. Diese werde oft als Vorwand für Judenhass genutzt. Dabei sei Kritik an Israel selbstverständlich legitim. Aber auch der Zuwachs der Rechtspopulisten in ganz Europa und das antisemitische Gedankengut aus einigen muslimischen Gemeinden tue ihr übriges. Hier müsse sich die Gesellschaft entschiedener entgegenstellen. Der israelisch-palästinensische Konflikt sorge dabei insbesondere in muslimischen Gemeinden für erschreckenden Judenhass. Brennende Israelflaggen vor dem Brandenburger Tor nannte Schwammenthal als Beispiel . Die Politik müsse schärfer darauf reagieren: „Es reicht nicht, einmal im Jahr eine tolle Rede zu halten, wenn man mit Staaten wie dem Iran, der sich die Zerstörung des Staates Israel zum Ziel gesetzt hat, Handel treibt.“ Ein Neubeginn der Erinnerungskultur müsse also her, um dem Antisemitismus Einhalt zu gebieten.

Lehrer lobt Engagement der Schüler

Die Schüler erinnerten bei der Veranstaltung an die ermordeten Willms-Schüler in der NS-Zeit. Sie drückten auch die Hoffnung aus, dass sie sich Antisemitismus und jeder Art von Rassismus entgegenstellen würden. Auch Studiendirektor Karsten Kretzschmar hob hervor, wie stolz er auf die Schüler und das Willms selbst sei: „Mit dieser Veranstaltung gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass Jugendliche gegen das Vergessen eintreten.“

In der anschließenden Diskussion spielte insbesondere der israelisch-palästinensische Konflikt eine große Rolle. Schwammenthal bejahte dabei die Legitimierung des Staates Israel und äußerte die Hoffnung, dass der Konflikt endlich eine friedliche Lösung finde.