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Die Gesichter des Felix Späder

04.03.18 | Die Norddeutsche (Weser Kurier)

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Felix Späder zeichnet und malt in jeder freien Minute. Das trägt Früchte. Er hofft darauf, bald sein Kunststudium in Bremen beginnen zu können. Zuvor wird eines seiner Bilder öffentlich gezeigt.

Für Felix Späder geht ein großer Wunsch in Erfüllung. Der kunstbegeisterte Gymnasiast wollte schon lange einmal eines seiner Bilder öffentlich präsentieren. Jetzt ist es soweit: Im Rahmen der niedersachsenweiten Ausstellung „Jugend gestaltet“ zeigt der 19-Jährige in Celle die Zeichnung eins schwarzes Amuletts. Felix Späder malt, seit er denken kann. „Ich habe schon im Kindergarten angefangen zu zeichnen“, erinnert sich der Lemwerderaner, der gerade dabei ist, am Delmenhorster Gymnasium an der Willmsstraße sein Abitur zu machen. Erstes Leistungsfach? Natürlich Kunst.

So genannte Kopffüßler, wie andere Kinder sie im Vorschulalter zu Papier bringen, hat es bei dem heute 19-Jährigen kaum gegeben. Bereits im CVJM-Kindergarten hat er mit großen Wachsmalstiften gegenständliche Motive gemalt. Die Wachsmalstifte sind längst Aquarellfarben, Blei- und Buntstiften gewichen. Aber gegenständlich zeichnet der jungen Mannes zum überwiegenden Teil noch heute. Auf den beiden Schreibtischen in seinem Zimmer stapeln sich Porträts von Männern, Frauen, Tieren und Filmfiguren. „Die Inspiration hole ich mir im Alltag.“

Vorlagen nutzt der Gymnasiast, der nach seinem Abitur im Sommer an der Hochschule für Künste in Bremen integriertes Design studieren möchte, nicht. „Ich versuche oft, die Natur zu integrieren.“ So umranken zum Beispiel zahlreiche Rosenblüten den Kopf einer aus Aquarellfarben geborenen jungen Frau, die mit ihren grünlich-blauen Haaren und dem Oberteil in selber Farbe wie eine Meerjungfrau erscheint. „Wenn mir eine Pose gut gefällt, lasse ich mich davon inspirieren“, sagt Felix Späder.

So hat er sich zum Beispiel von einem Plakat zum Kinofilm Suicide Squad inspirieren lassen. Die Comicverfilmung selbst hat ­Felix Späder nie gesehen. Aber die von Will Smith verkörperte Figur des Deadshot hat ihn  so fasziniert, dass er den Söldner zeichnete – allerdings als „echten Späder“. „Die Rüstung ist nicht exakt so wie auf der Vorlage und ich habe auch den Hintergrund weggelassen. Abmalen kann ich eben nicht“, stellt der 19-Jährige mit einem Lächeln fest. „Aber ich gleiche ab, ob die Proportionen und die Lichtverhältnisse stimmen.“

Felix Späder ist Autodidakt. Techniken bringt er sich selber bei. Natürlich nehme er Tipps seiner Lehrer auf und an. Aber vieles entwickelt der 19-Jährige durch „Trial and Error“, durch Ausprobieren und Verwerfen. Einmal hat Felix Späder eines seiner Bilder sogar schon zu Geld gemacht.  „Wir haben im Kunstunterricht den Impressionismus behandelt und ich habe einen Ausschnitt eines Seerosen-Gemäldes von Claude Monet gemalt. Das fand eine Lehrerin aus dem Kollegium so schön, dass sie ein ähnliches Bild in größerem Format haben wollte.“ Es war Felix Späders erste Auftragsarbeit.

Der 19-Jährige begeistert sich für viele Kunstrichtungen, betont aber immer wieder, dass seine große Leidenschaft der naturalistischen Porträtmalerei gilt. Auch Tiere gehören dazu. In dem Stapel aus Zeichnungen auf seinem Schreibtisch befindet sich das naturgetreue Abbild eines Leoparden. Mit dem Porträt eines Wolfs hatte sich der Lemwerderaner als Zehntklässler die Teilnahme an einer Begabungsförderung in der Kunsthalle Emden gesichert. Ein Wochenende lang erhielt er dort Maltipps von Experten.

Fasziniert ist Felix Späder seit jeher von Augen. „Die arbeite ich besonders stark heraus“, beschreibt der junge Künstler seine Arbeitsweise. „Die Augen ziehen den Betrachter in ihren Bann. Ich gucke bei einem realen Gegenüber ja auch in die Augen.“ Beim Bleistiftporträt eines jungen Mannes mit nacktem Oberkörper, der nachdenklich über seine rechte Schulter schaut, bilden blaue und rote Äderchen am Augenwinkel die einzigen Farbtupfer.

Für seinen Wunsch, an der Hochschule für Künste zu studieren, probiert sich Felix Späder bereits auf ungewohntem Terrain aus. Das Din-A3-Papier kommt wie eine Farbskizze daher. Flüchtig betrachtet scheinen sich Flächen unterschiedlicher Farben aneinanderzureihen. So, als ob der Maler ausprobiert hat, ob die Töne zueinander passen. Wer sich allerdings einen kurzen Moment auf das bunte Konglomerat einlässt, erkennt zwei abstrakt gemalte Köpfe. Einen Mann und eine Frau.

Der junge Mann mit dem künstlerisch-musischen Schulprofil malt jeden Tag. „Das Zeichnen entspannt mich. Es ist ein guter Ausgleich zur Schule.“ Felix Später schreibt seinem Lieblingshobby eine meditative Wirkung zu. Wegen der bevorstehenden Abiturklausuren fehlt dem 19-Jährigen momentan ein wenig die Zeit zum Zeichnen. In den Ferien können es dann aber wieder mehrere Stunden täglich werden.

Mit Vorfreude wartet Felix Später auf Sonnabend, 14. April. Dann wird im Kunstmuseum am Schlossplatz in Celle die Ausstellung aus dem 19. Wettbewerb „Jugend gestaltet“, der unter der Schirmherrschaft von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt steht, eröffnet. Eine Fachjury hat rund 200 Arbeiten ausgewählt. Und Felix Späders magischer Gegenstand, ein schwarzes Amulett in drei Ansichten, ist dabei.

Diese Hausaufgabe in seinem Kunst-Leistungskurs, deren schwarze Flächen in unterschiedlichen Farbabstufungen glänzen, war von Späders Lehrerin mit 15 Punkten bewertet worden. Die Aussicht auf seine erste Gemeinschaftsausstellung hat Felix Späder auf eine Idee gebracht. Vielleicht, überlegt der Nachwuchskünstler, frage er mal im Lemwerderaner Rathaus nach, ob er dort auch Bilder seiner bereits umfangreichen Sammlung der Öffentlichkeit präsentieren darf.