Gymnasium an der Willmsstraße

Kurzfilm klärt über Auslandseinsätze der Polizei auf – Willms-Schüler drehen im Auftrag von Mittag

| DelmeNews

Mit einem neuem Kurzfilm kann neuerdings die Schülerfirma des Gymnasiums an der Willmsstraße aufwarten. Er trägt den Titel „Denn Politik betrifft jeden!“ thematisiert den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und schlägt eine Brücke zu internationalen Polizeieinsätzen der Bundespolizei. Letzten Freitag, 1. November, präsentierten und übergaben ihn die Schüler der Delmenhorster Bundestagsabgeordneten (MdB) Susanne Mittag (SPD), die sie damit beauftragt hatte.

In dem knapp vierminütigen Kurzfilm ist der Titel „Denn Politik betrifft jeden!“ maßgeblich, da kurz und prägnant die Gründe für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan sowie die Aufgaben auf dieser Friedensmission dargestellt werden. Für gesellschaftliche Verbesserungen, die dadurch vor Ort erzielt worden sind, wird beispielhaft der Frauenanteil im Parlament angeführt. Verglichen mit dem im Bundestag fällt die Differenz überraschend gering aus.

Deutsche Polizisten engagieren sich in Krisengebieten

Deutsche Polizisten beteiligen sich dort auch an der Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte mit dem Ziel eine korruptionsfreie und vertrauenswürdige Polizei aufzubauen. Behindert wird dieses Vorhaben vor allem durch weitverbreiteten Analphabetismus. Zuletzt macht der Videoclip auf weitere Einsatzgebiete wie Mali aufmerksam und bindet noch Auftraggeberin Susanne Mittag mit ein.

Sie war selbst 30 Jahre lang im Polizeidienst aktiv und schon in Mali zu Besuch. „In drei Wochen fahre ich wieder nach Mali. Aus Delmenhorst sind die Logistiker der Bundeswehr und Polizeibeamte in Mali tätig“, teilt Mittag mit. Zu einem Treffen mit Soldaten soll es in der malischen Hauptstadt Bamako kommen.

Des Weiteren findet nach Angaben der Bundestagsabgeordneten für malische Polizisten eine Ausbildung in Niedersachsen statt. Positiv bewertet sie das bisherige Engagement der Polizei: „Es funktioniert eigentlich ganz gut. Außerordentlich ist die Begeisterung, mit der die Polizei aus Niedersachsen dort tätig ist.“ Mittags Anliegen mit diesem Kurzfilm besteht darin, Polizeieinsätzen im Ausland zum Zweck des Peacekeeping, also der Friedenssicherung, die weitaus weniger bekannt sind, mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Mittag wandte sich vor einem Jahr an die Schülerfirma des Willms

Wegen des Kurzfilms tauschte sie sich auch mit dem Logistikbataillon 161 in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne aus. Die Frage, wie Politik richtig vermittelt werden kann, sowie der Gedanke, das Thema möglichst verständlich herüberzubringen, führten letztlich zur Entstehung des Videoclips. Vor etwa einem Jahr nahm die SPD-Politikerin deshalb erstmals Kontakt zur Schülerfirma des Willms auf.

Allerdings arbeiteten die Zwölftklässler und der pädagogische Mitarbeiter der Schülerfirma Timm Najdlowski an diesem Projekt nicht durchgängig, sondern legten eine Bearbeitungspause ein, damit auch die rechtliche Absicherung geregelt werden konnte. Seit den Sommerferien widmeten sie sich dann intensiv dem Kurzfilm. Schüler Finn Jetses erklärt: „Zwar hat der Konflikt viele Ebenen, aber wenn man sich auf die deutsche Rolle beschränkt, kann man es schon gut darstellen.
Begleitfilme zu den „Begegnungen“ am Willms stammen von ihnen

Bei ihrem Videoclip achteten sie ihm zufolge auf eine ansprechende audiovisuelle Gestaltung, das Hervorheben weniger prägnanter Stichwörter und den vermehrten Rückgriff auf bildliche Darstellungen. Letzteres bietet sich an, weil Bilder länger in der Erinnerung haften bleiben als ein Fließtext.

„Die Altersklasse soll es verstehen können. Politiker bringen Themen heutzutage nicht gut herüber. Wenn uns das gelingt, dann haben wir schon viel erreicht“, sagt Najdlowski. Er ruft ins Gedächtnis, dass die Schülerfirma vor eindreiviertel Jahren gegründet wurde, damit solche Projekte und Filme realisiert werden können.

Hauptsächlich erstellt sie die Begleitfilme zu Personen, die das Willms zu seiner Vortragsreihe „Begegnungen“ begrüßt. Nach dem sehr positiv verlaufenen ersten Besuch in diesem Rahmen vom Politiker ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) am 6. März 2018 entstand laut Najdlowski der Kontakt zu Mittag. Für den Förderverein des Gymnasiums produzierten sie einem Werbefilm. Außer „Denn Politik betrifft jeden!“ wurden zuvor erst zwei außerschulische Filme von der Schülerfirma inszeniert.
Vorführung soll auf dem Weihnachtsbasar im Willms erfolgen

Unter diesen war einer für ein Hilfsprojekt der Stiftung steps for children in Namibia, das seit mehreren Jahren vom Willms mit den Einnahmen aus dem Weihnachtsbasar gefördert wird. Passenderweise ist seitens der Schülerfirma bei entsprechender Erlaubnis geplant, den neuen Kurzfilm während der diesjährigen Ausgabe des Weihnachtsbasars am Samstag, 30. November, im Willms zu zeigen.

Gesehen hatte ihn bislang nur die beteiligte Gruppe, zu der vier Schüler gehören. Insgesamt setzt sich die Schülerfirma mittlerweile aus sechs Jungen zusammen, da zwei Neuzugänge dazugestoßen sind, so Najdlowski. Von der Präsentation zeigt sich Mittag überzeugt: „Ich finde das Video gut.“ Besonders gespannt ist sie darauf, welche Resonanz es bewirkt und ob sich die Jugend davon angesprochen fühlt.

„Ich habe überhaupt keine Vorstellung gehabt, wie man das Thema darstellen kann, weil ich schon viel zu sehr darin vertieft bin“, gibt die Politikerin offen zu. Nicht zuletzt unterschiedliche Grundvoraussetzungen im Verständnis und die Kunst der reduzierten problematisch. Während ihres Aufenthalts in Mali will sie den Kurzfilm mit weiteren Inhalten zu den gesammelten Eindrücken vor Ort auf Facebook posten.

Kurzfilm soll zur weiterführenden Auseinandersetzung anregen

„Es macht mir Freude wie es sich entwickelt hat. Über die Zeit sind die Jungs an den Filmen gewachsen“, bekundet Najdlowski stolz. Als sie sich zuletzt noch einmal ihren ersten Film anschauten, traten die seither gemachten Fortschritte deutlich zutage.

Der Pädagoge sieht in dem Kurzfilm die Funktion als Impulsgeber: „Statt alles zu einem Thema mitzuteilen, sollte man es so ansprechend gestalten, dass sich die Zuschauer anschließend selbst eingehender damit beschäftigen.“ Kritik übt er auch an den Medien: „Viele Dinge sind für die Jugend heute schwieriger aufzunehmen und werden von den Medien nicht so gut dargestellt.“ Bereitschaft zu weiteren gemeinsamen Projekten signalisierten sowohl Mittag als auch die Schülerfirma des Willms.