Willms Gymnasium

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125 Jahre Willms-Gymnasium: So feierten mehr als 400 Ehemalige eine Gala mit Zeugnisübergabe

26.09.26 | NOZ / Delmenhorster Kreisblatt

Vorherige Pressebeiträge

Eine späte Zeugnisübergabe und eine besondere Auktion prägten den Gala-Abend zum Jubiläum des Willms-Gymnasiums. Für einen guten Zweck muss Schulleiter Stefan Nolting demnächst bei einem Ehemaligen den Rasen mähen.

Am Willms-Gymnasium kommen sie im Jubiläumsjahr gar nicht mehr aus dem Feiern heraus. Gleich neun Veranstaltungen ranken sich um den 125. Geburtstag, der Delmenhorsts ältestes Gymnasium mit seinen 1300 Schülern in diesem Jahr besonders strahlen lässt. Nachdem der offizielle Festakt schon im April stattgefunden hatte, waren es am Freitagabend 420 Ehemalige, die sich auf dem Schulgelände zur großen Jubiläumsgala eingefunden hatten. Sie erlebten ein generationenverbindendes Ereignis mit vielen freudigen Wiedersehen, einer besonderen Zeugnisübergabe und einer launigen Versteigerung, die erkennen ließ, dass sich Schulleiter Stefan Nolting auch für „Dreckarbeit“ nicht zu schade ist.

Schule führt Generationen zusammen

Ein zusätzliches Geschenk machte sich Aimée Emily Raab selbst. Sie trat an den 96-jährigen Ernst Walter de Haas heran, der als ältester erschienener Willms-Abiturient mitfeierte, und bat ihn um ein gemeinsames Foto. „Es ist mir eine Ehre“, dankte sie dem Senior und konnte es auch später kaum fassen: „Zwischen uns liegen 76 Jahre!“

Sogar ein Gast aus Amerika

Viele Ehemalige waren eigens für den durchweg entspannten Gala-Abend angereist, der die Schule zum Begegnungsort werden ließ. Nicht wenige haben dies mit einem Familienbesuch verbunden oder durch anderweitige Begegnungen ergänzt. Ein Gast war sogar aus Amerika gekommen. Die Abiturienten von vor 50 und 60 Jahren hatte die Schule, soweit erreichbar, direkt eingeladen. Und für einige versammelte Mitglieder des Abi-Jahrgangs 2021 war es ein unkompliziertes Wiedersehen im Gegensatz zum Abschied von der Schule, bei dem Corona noch das Erlaubte eingegrenzt hatte.

Wie das Gymnasium sich verändert hat

Zahlreiche Besucher nutzten das Angebot, sich vor der großen Zusammenkunft in der Mensa bei Führungen die heutige Schule zeigen zu lassen. Katharina Richter aus der Schulleitung sparte dabei persönliche Erfahrungen nicht aus. Als sie 2001 an die Schule kam, habe es im rund 100-köpfigen Kollegium gerade einmal 17 Frauen gegeben. „Heute machen die Frauen etwa 60 Prozent aus“, sagte sie. Richter führte die Ehemaligen sogar in den mit E 34 gekennzeichneten Physik-Hörsaal, der als einziger Raum noch auf seine Erneuerung warte. „Riecht auch noch wie früher“, kommentierte ein Teilnehmer des Rundgangs.

Schulleiter Nolting ging während seiner Begrüßungsrede in der Mensa auch auf sein Verständnis von Pädagogik ein. „Wenn du Schülern nicht vertraust, werden sie nicht wachsen“, sagte er und kokettierte mehrmals damit, dass die Schulleitung da oft gern in die zweite Reihe trete. Nicht ohne noch einmal klarzustellen: „Wir trauen unseren Schülern ganz viel zu.“

Den Namenspaten versteigert

Dazu zählte beim Gala-Abend auch die Versteigerung materieller und immaterieller Werte, die in den Händen der Schülersprecher Paula Dornia und Gabriel Zaiton lag. Drei Büsten aus dem 3D-Drucker, die Otto Willms, den Namenspatron des Gymnasiums, darstellen, wechselten für 100 Euro den Besitzer, 60 Euro wurden für eine Partie Padel-Tennis mit einem Lehrer gezahlt, und Nolting muss demnächst bei einem Meistbietenden den Rasen mähen. 310 Euro war dem Abiturienten des Jahrgangs 1973 die Dienstleistung wert, die im Spaß als „Dreckarbeit“ bezeichnet wurde. Insgesamt brachte die originelle Auktion 2060 Euro ein.

Erlöse für Förderverein und Schule in Namibia

Wie die Erlöse aller schulischen Aktionen im laufenden Jahr gehen sie je zur Hälfte an den Willms-Förderverein und nach Namibia, wo über die langjährige Partnerinitiative „Steps for Children“ eine Schule unterstützt wird. 25.000 Euro hat im laufenden Jahr bereits ein Sponsorenlauf eingebracht. Am Samstag, 28. November, findet der traditionelle Basar „Weihnachten am Willms“ statt. Ihm schließt sich das gängige Ehemaligentreffen an.

Die frischgebackenste Abiturientin des Willms ist nun Aimée Emily Raab. Wegen einer Erkrankung verpasste sie ihre letzte Abiturarbeit und musste diese nach den Sommerferien schreiben. Weil die 20-Jährige so aber nicht Teil der Entlassungsfeier für ihren Jahrgang sein konnte, hatte sich die Schulleitung etwas Schönes überlegt. Die junge Frau bekam ihr Abiturzeugnis am Freitag vor großem Publikum in der Mensa überreicht. Und ein dickes Dankeschön von der Fördervereinsvorsitzenden Meike Eberle dazu für ihre engagierte Tätigkeit als Jahrgangssprecherin und in der Schülervertretung (SV).