Gymnasium an der Willmsstraße

Preis für Kooperationsprojekt: Als Belohnung zum Windpark

| Weser Kurier

Schüler des Willms-Gymnasiums in Delmenhorst und aus dem französischen Vihiers haben zusammen den ersten Preis der Offshore-Windenergie-Stiftung erhalten und durften den Windpark Meerwind besuchen.

Der Offshore Windpark Meerwind Süd/Ost liegt 23 Kilometer nördlich der Insel Helgoland und besteht aus insgesamt 80 Windenergieanlagen. Er ist einer der ersten kommerziell betriebenen Windparks in Deutschland und kann bis zu 360 000 Haushalte versorgen. Von Mai bis September werden dorthin nur sieben Fahrten mit dem Katamaran angeboten – und zu den wenigen Glücklichen gehören auch Schüler des Gymnasiums an der Willmsstraße in Delmenhorst und ihrer französischen Partnerschule Collège Valle du Lys, die am Dienstag zum Offshore Windpark hinfahren durften.

In einem einmaligen Kooperationsprojekt haben die Jugendlichen vom Willms und aus dem französischen Vihiers für ihre Projektarbeit „Erneuerbare Energien“ den ersten Preis der Offshore-Windenergie-Stiftung erhalten. Die Stiftung wurde 2005 auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gegründet und dient zur Nutzung und Erforschung der Windenergie auf See. „Es macht uns natürlich sehr stolz. Außerdem ist die Fahrt zum Windpark ein außergewöhnliches Ereignis“, sagt Initiatorin Cornelia Mühlenfeld.

Im Januar dieses Jahres hatten sich die Schüler zu dem Projekt der Stiftung und des Regionalen Umweltbildungszentrums Hollen (RUZ) im französischen Metz getroffen. „Die Idee war, sich inhaltlich mit dem Thema Thermik auseinanderzusetzen. Wir wussten, dass es vom deutsch-französischen Jugendwerk einen Zuschuss für gemeinsame Projekte gibt. Daraufhin haben wir uns beim RUZ informiert und so ergab sich das Ganze dann“, erzählt Mühlenfeld.

Insgesamt behandelten 50 Schüler in sieben Gruppen Vorträge zu verschiedenen Themen der Windenergie. Dabei ging es unter anderem darum, wie solche Parks entstehen, welche Vor- und Nachteile es dadurch gibt, wie sich die Windenergie zu anderen Energien verhält und welche Auswirkungen sie auf die Vogelwelt hat. „Dabei haben uns die Mitarbeiter der Offshore-Windenergie-Stiftung geholfen, indem sie Fachtexte übersetzt haben und den Schülern zur Seite standen“, berichtet Mühlenfeld.

Ein besonderes Thema

Am Anfang habe es die Schüler ein wenig Überwindung gekostet auf die französischen Jugendlichen zuzugehen. „Wir waren natürlich erst mal unter uns, weil wir auch nicht so gut miteinander kommunizieren konnten. Irgendwann wurde es aber besser“, erzählt etwa die 16-jährige Thale Benning. Sie und ihre Mitschüler haben erst in Metz erfahren, worum es geht und auch dort mussten sie sich erst einmal zurechtfinden. „Natürlich stand uns die Sprache im Weg und das Thema ist ja auch etwas Besonderes und nicht alltäglich“, schildert die 14-jährige Dalina Hasan.

Mit der Zeit wurde es aber besser und die Schüler lernten sich nicht nur besser kennen, sondern nahmen auch viel aus der Zusammenarbeit mit. „Wir haben in den fünf Tagen ziemlich viel gelernt. Wir können jetzt viel besser Französisch sprechen. Außerdem merke ich im Physik-Unterricht, dass ich viel mehr weiß. Der Lehrer rollt dann schon mit den Augen, wenn er sieht, dass ich mich immer melde – weil er ja weiß, dass ich bei dem Projekt mitgemacht habe“, erzählt Thale Benning schmunzelnd und nicht ohne stolz.

Für die französischen Schüler unter Obhut von Annesophie Renoust und Olivier Perrault war das fünftägige Projekt und die Reise nach Deutschland etwas völlig Neues. „Da wir keine Windkrafträder in Frankreich haben, war das für uns alle total aufregend. Außerdem war es interessant zu sehen, wie die Schüler während des Projekts miteinander kommunizieren“, erzählt Annesophie Renoust, die am Collège Valle du Lys Deutschlehrerin ist.

Im Vergleich zu Deutschland haben die französischen Schüler nur zwei Stunden Fremdsprachenunterricht in der Woche. „Deswegen können sie nicht so gut Deutsch oder Englisch. Während des Projektes wurde es aber immer besser“, sagt die Deutschlehrerin. Damit sie an der Fahrt auch teilnehmen können, verzichteten die Schüler sogar extra auf einen Teil ihrer Sommerferien. Denn in Frankreich beginnt die Schule erst wieder im September. „Das ist aber kein Problem. Wir sind so stolz, dass wir mitfahren durften“, sagt Annesophie Renoust.

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