Willms Gymnasium

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Gymnasium in Delmenhorst kauft 1200 FFP2-Masken

05.12.20 | Weser Kurier

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Die Schulleitung des Willms-Gymnasiums in Delmenhorst hat sich für seine Lehrkräfte und Mitarbeiter stark gemacht und 1200 FFP2-Masken angeschafft.

Im Schulbetrieb immer den nötigen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, ist oftmals unmöglich. Das Lehrerkollegium steht deswegen unter einem besonderen gesundheitlichen Risiko der Ansteckung. Deshalb hat das Gymnasium an der Willmsstraße jetzt FFP2-Masken angeschafft. „Wir wollen damit unsere größte Ressource – die Gesundheit unserer Lehrer und Mitarbeiter – schützen, damit der Schulbetrieb weitergehen kann“, sagt Schulleiter Stefan Nolting. 3000 Euro hat das Gymnasium dafür aus dem Schulbudget investiert und hofft nun, dass sich noch eine alternative Finanzierung bietet.

Mitte März zeigte die Corona-Pandemie die ersten Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Wegen einer möglichen Ausbreitung des Virus in den Schulen mussten alle Bildungseinrichtungen sofort schließen. Nach wenigen Tagen stand damals der Beschluss fest, und das Schulleben wurde auf den Kopf gestellt. Nach fünf Wochen Schulschließung wurde das sogenannte Szenario B eingeführt, bei dem die Schüler in zwei halbe Klassen in der Schule und zu Hause unterrichtet werden. Unter den nötigen Hygienemaßnahmen – Desinfektion, Abstand, Lüften und Masken – konnte der Betrieb langsam wieder aufgenommen werden. Und auch noch viele Monate später hat das Coronavirus Einfluss auf den Alltag der Schule.

„Durch das Szenario B und die strengen Hygienemaßnahmen bleiben die Schüler immer in ihren sogenannten Kohorten“, erklärt der Schulleiter. Bei den Lehrern und Mitarbeitern sehe das aber anders aus: Zu sehr durchmischen sich Arbeitsgruppen, Aufsichten und Konferenzen. Bei fünf Lerngruppen mit je 16 Schülern seien das rund 80 Haushalte, die ein Lehrer am Tag betreue. „Als Dienstvorgesetzte haben wir eine Fürsorgepflicht“, sagt Nolting. Deswegen sei es notwendig, die Kollegen zu schützen. Das zeige auch die Wertschätzung der Schulleitung gegenüber ihrem Team. Denn „Leitung ist Entscheidung in Verantwortung“, betont Nolting, der seit zehn Jahren Schulleiter des „Willms“ ist.

Obwohl seit dem 17. November das Land Niedersachsen bekannt gab, insgesamt 25 Millionen Euro in den Corona-Schutz – wie Plexiglaswände in den Klassenräumen, CO2-Ampeln, FFP2-Masken für Lehrkräfte und in Ausnahmefällen auch für Luftfilter – an Schulen zu investieren, habe das Gymnasium bisher keine Veränderungen gespürt. Die Schulleitung hatte eigentlich schon Mitte Juni damit gerechnet, dass die Schule nach der ersten Welle mit Masken ausgestattet werde. „Wir müssen bessere Rahmenbedingungen schaffen“, ist sich das Schulleiter-Duo einig. Das Konzept des regelmäßigen Lüftens reiche allein nicht aus. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass ein Ausfall einer Lehrkraft auch den Ausfall des Unterrichts beeinflusse, sagt Nolting.

Verteilung der Masken seit zwei Tagen

Wichtig sei vor allem, zeitnah und vor den Weihnachtsferien zu handeln, betonte auch der stellvertretende Schulleiter Karsten Kretzschmar. „Deswegen haben wir uns nun überlegt, dass wir für unsere Kollegen Nikolaus spielen“, sagt Nolting scherzend und zeigt auf den ordentlich gestapelten Berg an FFP2-Masken. 120 Zehner-Packungen kamen diese Woche im Gymnasium an. Seit zwei Tagen werden diese verteilt. Immer wieder kommt deswegen ein Kollege in sein Büro. „Kommen Sie rein, Sie können sich die Masken holen“, ruft Nolting ihnen dann entgegen.

Ein großer Unterschied zum ersten Lockdown sei der Umgang mit schwangeren Kolleginnen, berichtet Nolting. Während 90 Prozent dieser Kolleginnen im Frühjahr noch im Präsenzunterricht arbeiteten, wären jetzt alle ausnahmslos in den Distanzunterricht geschickt worden. Zusätzlich werden in Niedersachsen zur Unterstützung auch Hilfskräfte eingestellt, die ab Dezember die Lehrkräfte bei der Pausenaufsicht, der Beaufsichtigung von Kleingruppen sowie bei anderen Tätigkeiten abseits des Unterrichts entlasten sollen.

25  Millionen Euro macht das Land für die neuen Helfer locker. Aktuell finden am Gymnasium an der Willmsstraße Vorabi-Klausuren statt. Durch die coronabedingten Einschränkungen und die „richtige Entscheidung“ von Oberbürgermeister Axel Jahnz für das Szenario B, seien allerdings doppelt so viele Aufsichtskräfte nötig, erklärt Kretzschmar. „Da zeigt sich dann schon, dass das Kollegium mehr als funktioniert. Und deswegen haben die Lehrkräfte es auch verdient, dass die Schulleitung da noch mal etwas zurückgibt“, sagt der Konrektor.

Da sich die Aula des Gymnasiums momentan im Umbau befindet, wurde auf die Jahn-Turnhalle ausgewichen. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt sorgte die Schulleitung dafür, dass Abstände ausgemessen, Sitzpläne erstellt und erforderliche technische Maßnahmen getroffen wurden. Neben acht CO2-Ampeln und vier Thermometern soll regelmäßiges Lüften das Ansteckungsrisiko der Schüler und Lehrer reduzieren.