Willms Gymnasium

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4700 Euro für Namibia-Hilfsprojekt: In der Pandemie an andere denken

17.12.20 | Weser Kurier

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Durch die Pandemie fallen dieses Jahr viele Charity-Veranstaltungen aus. So musste auch der Weihnachtsbasar des Willms-Gymnasiums abgesagt werden. Doch die Schule überlegte sich eine Alternative.

Der Weihnachtsbasar im Gymnasium an der Willmsstraße ist in den vergangenen 20 Jahren zu einer richtigen vorweihnachtlichen Tradition für die Schüler geworden. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen regelmäßig zur Hälfte an ein Projekt der Initiative „Steps for children“. Dass im Corona-Jahr größere Veranstaltungen auch in der Adventszeit nicht wie gewohnt stattfinden könnten, war dem Organisationskomitee des schulischen Basars schon im September bewusst. So überlegten sich die Lehrer in Absprache mit ihren Schülern eine alternative Spendenaktion, denn die Sammlung für das Hilfsprojekt sollte trotzdem stattfinden.

„Dieses besondere Jahr erforderte auch einen besonderen Umgang mit dem Weihnachtsbasar am Willms“, betont Schulleiter Stefan Nolting. Jedes Jahr würden rund 3000 Besucher zu der Veranstaltung kommen. Die Einnahmen der Aktion gingen dabei zu gleichen Teilen an das Projekt „Steps for children“ wie auch an schulbezogene Projekte. Da dem Organisationskomitee bewusst war, dass die alternative Veranstaltung möglichst kontaktlos sein sollte, wurde unter der Schirmherrschaft des Fördervereins eine Spendenaktion für das Projekt in Namibia gestartet, erklärt Lehrer Marcel Engelhardt. Die gesamte Schulgemeinschaft, Freunde sowie Förderer des „Willms“ waren dazu aufgerufen, Geld zu sammeln.

Mehr als 2000 Kinder unterstützt

Das Hilfsprojekt „Steps for children“ im südwestafrikanischen Namibia wird vom Delmenhorster Gymnasium bereits seit langer Zeit unterstützt. 2008 zählte es zu den besten 25 Projekten Deutschlands und erhielt dafür eine Anerkennung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im September 2016 wurde der Begründer Michael Hoppe für das soziale Projekt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. „Die 2005 gegründete Stiftung unterstützt mittlerweile mehr als 2000 Kinder“, erzählt Hans-Christian Schröder, der zusammen mit seiner Ehefrau Sabine Schröder seit 15 Jahren Botschafter für die Initiative ist.

„Dass sich letztendlich so viele Schüler und Eltern an der Spendenaktion beteiligt haben, hat mich persönlich sehr beeindruckt“, betont Nolting. Die Klassenleitungen sammelten die Geldspenden der Familien im Klassenverbund ein und reichten sie an die Schulleitung weiter. Von dort ging das Geld an den Förderverein des Willms. „Außerdem bestand die Möglichkeit, die Spende direkt auf das Vereinskonto einzuzahlen“, ergänzt der Schulleiter.

Auch die Schüler der Qualifikationsphase zeigten sich bei der Sammlung engagiert, erzählt Marcel Engelhardt. Zudem kamen einige Spenden durch externe Förderer wie Hofläden, Honigverkäufe oder spendable Großeltern zusammen. Die Mutter eines Gymnasiasten habe sogar 450 Euro in ihrer Nachbarschaft gesammelt. „Das zeigt uns die große Solidarität in der Schulgemeinschaft des Willms-Gymnasiums“, betont Nolting. Im vergangenen Jahr waren im Rahmen des Weihnachtsbasars als Höchstwert 4300 Euro zusammengekommen. Dieses Jahr seien es sogar 4700 Euro, erzählt der Schulleiter stolz.

Das Projekt für Kinder soll die Bildungschancen in Namibia nachhaltig verändern. „Denn das Wissen kann den Menschen keiner mehr nehmen“, betont Sabine Schröder. Die einheimischen Mitarbeiter in der Stadt Okakarara seien keine Almosenempfänger, sondern behielten ihre Würde, sagt Schröder. Vor allem das Konzept mit den Einkommen generierenden Teilprojekten habe ihnen gefallen. Inzwischen erwirtschaftet die Initiative einen zunehmenden Anteil der laufenden Kosten aus eigenen Projekten.

Seit 2006 besuchen die Schröders Okakarara und freuen sich über die Kontinuität und das Wachstum sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung. „Normalerweise sind wir jedes Jahr in der Projektstadt, aber da hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauert das Ehepaar. Ziel des Projekts sei es, auf Dauer eine Infrastruktur aufzubauen, die nicht mehr auf Spendengelder angewiesen sei.