Gymnasium an der Willmsstraße

Vortragsreihe: Müntefering ermutigt Jugend

| NWZ

Der Generationenvertrag war das Thema eines Vortrags von Franz Müntefering. In der anschließenden Diskussion ermutigte er die Jugendlichen, sich weiter zu engagieren.

Ist es nicht unfair, dass wir die Probleme des Klimawandels allein stemmen müssen?“ Diese Frage stellte die Schülerin Anna Martens dem prominenten Gast im Gymnasium an der Willmsstraße: Franz Müntefering, SPD-Politiker, ehemaliger Vizekanzler, Bundesminister und Abgeordneter des Bundestags. Im Rahmen der Vortragsreihe „Begegnungen“ war der 79-Jährige nach Delmenhorst gekommen.

Das Thema war „Generationenvertrag auf dem Rücken der Jugend – soziale Gerechtigkeit auf dem Prüfstand“. Begrüßt wurde der Politiker von Schulleiter Stefan Nolting und Delmenhorsts Oberbürgermeister Axel Jahnz.

Bevor Müntefering über den Generationenvertrag sprach, holte er etwas weiter aus: Ein wichtiger Aspekt in der Frage der Gerechtigkeit für die folgenden Generationen sei die Umwelt. Auch die soziale Gerechtigkeit spiele eine große Rolle. „Das löst kein Land allein“, sagte Müntefering. In einer Zeit, in der sich viele Staaten zurückziehen, sei die Union in Europa besonders wichtig.

Wichtig für einen funktionierenden Sozialstaat seien gleiche Bildungschancen für alle und eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Der Generationenvertrag sei nur ein kleiner Ausschnitt. Er begrüße ihn jedoch und halte es für wichtig, dass er bestehen bleibe. Da die Zahl der Rentner in den kommenden Jahrzehnten zunehme, die Zahl der Erwerbstätigen jedoch nicht, müsse die Staatskasse die Renten weiter auffüllen. In einigen Jahrzehnten würde die Zahl der Rentner wieder abnehmen – bis dahin müsse der Staat aushelfen.

In der anschließenden Diskussion kamen die Moderatoren – die Lehrkräfte Sören Hopf und Jelena Jovicic sowie die Jugendlichen Anna Martens und Peer Hollmann – auf verschiedene Punkte zu sprechen. Es ging noch einmal um die Rente, aber auch um die Parteienlandschaft in Deutschland. Martens kam noch einmal auf den Klimawandel zu sprechen – und dass es unfair sei, dass die junge Generation dieses Problem stemmen muss. Könnte Müntefering die Jugendlichen nicht mit seinen Kontakten und seiner Anwesenheit bei ihrem Engagement gegen den Klimawandel unterstützen?

Dies konnte der 79-Jährige nicht versprechen – aber etwas anderes: Wenn die Jugendlichen weitermachen, komme er gerne wieder für eine weitere Diskussionsrunde. „Dann verspreche ich ein Wiedersehen in Delmenhorst.“