Gymnasium an der Willmsstraße

So sollen Willms-Schüler mit dem 3D-Drucker lernen

| NOZ/Delmenhorster Kreisblatt

Eine Schraube mit Mutter in einer Stunde für nur 32 Cent gedruckt – das Gymnasium an der Willmsstraße legt in Sachen Digitalisierung einen Schritt zu. Dem Bundestagsabgeordneten Christian Dürr (FDP) hat die Schule seinen neuen 3D-Drucker präsentiert, der zukünftig in einem „Makerspace“, einer Art Mini-Labor, Platz finden soll.

Ein 3D-Drucker, Lego-Roboter und digitale Thermometer – nur drei Beispiele für technische Geräte, mit denen das Willms-Gymnasium seine Schüler für Studium und Beruf im MINT-Bereich wappnen will. Sie sollen mit den Geräten Teamfähigkeit und interdisziplinäres Arbeiten lernen, Projekte gemeinsam vom ersten bis zum letzten Schritt bestreiten. Das heißt konkret: Sie entwickeln eine Idee, bedenken wirtschaftliche Aspekte wie Kosten, arbeiten an Design, Konstruktion und Programmierung. „Das Ausdrucken ist dann wirklich der letzte Schritt“, sagt der Informatik- und Physiklehrer Jac-Simon Kühn. Schulleiter Stefan Nolting betont:

„Man denkt ja immer, ein 3D-Drucker ist nur etwas für Informatik, aber man kann zum Beispiel auch ein Herz für den Biologieunterricht drucken.“

Ab August soll es am Willms ein sogenanntes „Makerspace“ geben, in dem unter anderem der 3D-Drucker Platz finden soll. Auf 120 Quadratmetern können Schüler sich dort „einmieten“. Das Motto: selbst entdecken und forschen. „Das ist die neue Idee des Lernens“, sagt Stefan Nolting. Das Equipment wird auf weiteren 40 Quadratmetern gelagert und kann nach Bedarf auf Rollwagen reingeschoben werden.

Im „Makerspace“ können die Schüler sich in Projektphasen und nach Interessen zusammenschließen. „Die Idee ist fächerübergreifend zu arbeiten“, sagt die Kunst- und Deutschlehrerin Anja Vorwerk. Es geht darum, alle Schritte eines Projekts zu begleiten. Jeder Schüler steuert Kenntnisse aus seinem Fachgebiet bei. „Komplexe Prozesse werden dadurch greifbarer“, erläutert MINT-Koordinator Karsten Kretzschmar.