Gymnasium an der Willmsstraße

Vortrag über Kinderarbeit in Simbabwe

von Fachgruppe Geografie |

Am Dienstag, den 05.11.2019, begrüßte das Gymnasium an der Willmsstraße Pascal Masocha aus Simbabwe. Er ist Koordinator der Organisation Zimbabwe-Coalition against child labor in Zimbabwe (CACLAZ). Pascal Masocha gab den Schülerinnen und Schülern des 11. Jahrgangs zunächst einen Einblick über die wirtschaftliche und demografische Situation seines Landes. Simbabwe ist ein Staat im südlichen Afrika, welcher aufgrund der Bodenschätze (Diamanten, Gold, Platin und weitere Erze) gute Voraussetzungen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung mit sich bringt. Aufgrund von Korruption und Misswirtschaft ist die derzeitige Situation in Simbabwe äußerst prekär. Etwa die Hälfte der 14 Mio. Einwohner sind jünger als 18 Jahre und somit Kinder. Viele von ihnen besuchen keine Schule, da sie ihre Eltern auf dem Feld unterstützen müssen. Etwa 60% der Kinderarbeit in Simbabwe findet in der Landwirtschaft statt, aber auch im Bergbau oder im informellen Sektor sind viele Kinder tätig.

Die Kluft zwischen arm und reich ist in Simbabwe besonders groß, denn in Harare, der Hauptstadt Simbabwes, gibt es neben Geschäftshäusern nach westeuropäischem Standard auch Slumregionen am Stadtrand. Dort oder auch auf dem Land verfügen die Menschen häufig nicht über Elektrizität, Kanalisation oder sonstige Infrastrukturen.

Die Zimbabwe-Coalition against child labor in Zimbabwe (CACLAZ) hat das Ziel, Kindern wieder einen geregelten Schulbesuch zu ermöglichen. Sie zahlt u.a. das Schulgeld, die Schulmaterialien und unterstützt die Eltern, denen durch den Schulbesuch der Kinder, mindestens eine Arbeitskraft auf dem Feld fehlt. Durch diese Hilfe sollen die Kinder eine Chance auf ein besseres Leben erhalten. So konnte CACLAZ in Kooperation mit terre des hommes erreichen, dass über 3500 Kinder zur Schule gehen können. Viele von ihnen sind dadurch später in der Lage, ihre Eltern oder auch ihr Dorf zu unterstützen, was zu einer Verbesserung der regionalen Lebensbedingungen führt. Dieser Kampf wird belohnt, denn die Alphabetisierungsrate ist hoch, denn sie liegt bei über 90%.

Ziel von terre des hommes und CACLAZ ist es, Kinder aus der ausbeuterischen Kinderarbeit zu befreien. Sie setzen sich dabei gegen Sklaverei, Menschenhandel und Zwangsehen ein. Simbabwe ist, trotz der Bodenschätze und der guten Bildung, eines der ärmsten Länder des afrikanischen Kontinents und der HDI (Human Development Index) ist sehr niedrig. Es wird deshalb die Aufgabe von Simbabwe sein, neben der Bildung auch in wirtschaftliche Bereiche und in die Infrastruktur zu investieren, damit es der gesamten Bevölkerung des Landes besser geht und die Kinderarbeit in vielen Dörfern damit nicht mehr erforderlich ist.

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums an der Willmsstraße haben abschließend Lösungsansätze diskutiert und festgestellt, dass auch sie etwas gegen Kinderarbeit unternehmen können, indem sie zum Beispiel Fairtrade Produkte konsumieren.

Vielleicht werden auch Schülerinnen und Schüler nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren und sich dann in Entwicklungsländern engagieren.

Wir danken Pascal Masocha (CACLAZ) und Regina Hewer (terre des hommes Ganderkesee) für den beeindruckenden und nachdenklich stimmenden Vortrag!

 

Béatrice Gronau

Fachgruppe Geografie