Gymnasium an der Willmsstraße

Geschichte

Geschichte [so Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier zur Eröffnung des 51. Historikertages 2016 in Hamburg] programmiert uns nicht, aber sie kann uns orientieren und inspirieren. Das haben wir umso nötiger, als die Häufung von Konflikten unserer Tage, deren Ausmaß und Charakter, schier das Fassungsvermögen auch der bestgeölten Regierungsmaschinen überschreiten.“

Genau das ist die allgemeine Gemengelage, in der junge Menschen stehen und in der sie Orientierung und Inspiration benötigen. „Moderner Geschichtsunterricht ist wichtiger Bestandteil einer kompetenzorientierten Bildung. Er dient der Ausbildung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins und zielt damit auf Problemlagen ab, wie sie die Lebenswelt der Gegenwart stets aufs Neue hervorbringt.“ (http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/ge_gym_si_kc_druck.pdf) Geschichte heute ist ein „Denkfach“ – orientiert an „reflexiven Potenzialen“, nicht mehr primär an „normativen und kanonischen Inhalten“ (ebenda) –, welches eine Schlüsselposition nicht nur im schulischen Fächerkanon einnimmt. Das reflektierte Geschichtsbewusstsein bietet den Schüler*innen Orientierung und hilft ihnen, „Wertmaßstäbe für eigenes Handeln“ sowie „Verständnis für gesellschaftliche Entscheidungen“ zu entwickeln (ebd.). Letztlich befähigt u.a. der Geschichtsunterricht Schüler*innen, gezielt eigene Bildungswege einzuschlagen und zu mündigen, verantwortungs- und selbstbewussten Menschen heranzuwachsen.

willms

Geschichte im Jahrgang 5

Das Fach Geschichte ist für die Schüler*innen im Jahrgang 5 zwar ein neues Unterrichtsfach. Gleichwohl erschließen sich sofort unmittelbare Anknüpfungen an bereits Gelerntes. Aus der Auseinandersetzung mit der individuellen Lebens- und Familiengeschichte in der Grundschule erwächst jetzt die Beschäftigung mit dem Leben in der Steinzeit. Dieses Thema wird ergänzt durch Workshops in Kooperation mit dem Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch: „Feuer und Flamme für die Steinzeit“, so der Titel eines Workshops, dessen Inhalte im Rahmen der Projektwoche am Willms weiter vertieft werden können.

Geschichte in den Jahrgängen 6 bis 10

Geschichtsunterricht ist grundsätzlich kompetenzorientiert. D.h., die Schüler*innen sollen Aufgaben und Problemstellungen erfolgreich und verantwortungsvoll bewältigen und Kenntnisse, Fertigkeiten sowie Fähigkeiten dank fachbezogener Methoden zu eigenem Handeln verknüpfen. Zu den erwarteten Kompetenzen im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I zählen die Sach-, Methoden- und Urteilskompetenz. Der Geschichtsunterricht am Willms orientiert sich am KC und an schulinternen Curricula, wodurch ein systematischer, kumulativer und nachhaltiger Aufbau von Fachwissen und Kompetenzen in drei Doppeljahrgangsstufen (5/6, 7/8 und 9/10) erworben werden soll. Es ist Aufgabe jeder einzelnen Lehrkaft, die Anforderungen an Lerngruppen und Lernvoraussetzungen abzupassen und die Schüler*innen zu historischem Denken zu befähigen.

Eine Besonderheit historischen Lernens am Willms besteht darin, dass die Schüler*innen im Unterricht, auch in Modulen bilingual, wie an außerschulischen Lernorten lernen können (s. V und VI).

Geschichte in der Oberstufe

„Grundlage von Bildung ist der Erwerb von gesichertem Verfügungs- und Orientierungswissen, das die Schüler[*innen} zu einem wirksamen und verantwortlichen Handeln auch über die Schule hinaus befähigt.“ (http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_geschichte_go_i_03-11.pdf)

Damit wird die herausragende Bedeutung von Lehr- und Lernprozessen im Unterricht deutlich, deren transparente Gestaltung und Erfolg in den Händen verantwortungsbewusster Lehrkräfte und der Schüler*innen selbst liegt. Aufbauend auf den im Sekundarbereich I erworbenen Kompetenzen wird weiter fachlich differenziert und qualitativ ausgebaut. Zudem geht es immer wieder um Lernstrategien zur weiteren Optimierung des Lernprozesses.

Mit Hilfe verschiedener Kategorien – wie z.B. Kontinuität und Wandel oder Freiheit und Herrschaft – soll exemplarisch auf Geschichte zugegriffen werden. Dabei werden folgende Dimensionen historischer Betrachtung unterschieden: Geschlechter-, Kultur- und Ideen-, Politik-, Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte.

Die gymnasiale Oberstufe sieht vier Rahmenthemen vor:

  1. Krisen, Umbrüche und Revolutionen

  2. Wechselwirkungen und Anpassungsprozesse in der Geschichte

  3. Wurzeln unserer Identität

  4. Geschichts- und Erinnerungskultur

Für das Zentralabitur sind Kernmodule (Theorien) sowie die Wahlpflichtmodule bindend. Ergänzend stimmt die Fachkonferenz Geschichte über ein weiteres Wahlmodul ab, dessen Auswahl sich an den vorgegebenen Kategorien und Dimensionen orientieren muss. Zudem „sind in mindestens einem Modul Aspekte des Nationalsozialismus und der Auseinandersetzung damit zu behandeln“ (ebenda).

Für jedes Abitur gibt es sogenannte Hinweise zur schriftlichen Abiturprüfung, s. z.B. die Vorgaben für das Abitur 2018: http://www.nibis.de/uploads/1gohrgs/za2018/10GeschichteHinweise2018.pdf .

Schwerpunkte der Fachgruppenarbeit

Das Angebot der Fachgruppe Geschichte ist außerordentlich vielfältig:

  1. Bilingualer Geschichtsunterricht in den Jahrgängen 7 – 9 (in der bilingualen Klasse und in Absprache mit anderen Sachfächern für ca. 6 Wochen pro Jahrgang in Englisch). Aufgrund seiner Untersuchung gesellschaftlicher sowie politischer Entwicklungen und damit sowohl kultureller Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten bietet sich der Geschichtsunterricht als bilinguales Fach an, um interkulturelles Lernen der Schüler*innen zu fördern.Themenbeispiele: – King and parliament in early-modern England
    – The American Revolution
    – The First World War
  2. Lernen an außerschulischen Lernorten: Jg. 5 im Landesmuseum Natur und Mensch in OldenburgJg. 6: Besichtigung der im Mittelalter gegründeten Stadt Bremen oder des Klosters in HudeJg. 7/8 (nach G8): Besuch des Fabrikmuseums Delmenhorst zum Thema Industrialisierung / Industrielle RevolutionJg. 9: Fahrt ins Auswandererhaus BremerhavenJg. 10 (nach G8): Besuch der Gedenkstätte Bergen-BelsenStudienfahrten der Sekundarstufe II nach Berlin
  3. Lernen als Gedenken mit/ohne Kooperationspartner*innen:9. November in der Schule selbst, an den Delmenhorster Stolpersteinen (mit dem Freundes- und Förderkreis der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst e.V.)27. Januar: Projektarbeit (Lesung mit musikalischer Begleitung, Gedenken mit Skulpturen)
  4. Weiteres unter „Besondere Veranstaltungen / Projekte“

Fachräume

Die Fachgruppe Geschichte verfügt gemeinsam mit der Fachgruppe Politik und Wirtschaft über Fachräume für den Unterricht in der Sekundarstufe II (C11 und C12) und einen Sammlungsraum mit Materialien. In den Fachräumen stehen Laptops und Beamer zur Verfügung, so dass der Einsatz moderner Medien für Lehrende und Lernende jederzeit möglich ist. Für den Fachunterricht in der Sekundarstufe I können in allen Unterrichtsräumen mobile moderne Medien genutzt werden.

Besondere Veranstaltungen / Projekte

Das Willms bietet seinen Schüler*innen eine breite gesellschaftswissenschaftliche Orientierung und Bildung. Dazu gehören fachübergreifende Veranstaltungen ebenso wie die Prinzipien des Lernens durch Lehren oder des Lernens durch szenische Darstellung(en).

  • Im Jahr 2014, als an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnert wurde, gab es am Willms eine szenische Lesung mit dem Titel „1914 – Delmenhorst im Krieg“. Kooperiert haben die Fachgruppen Geschichte, Musik und Darstellendes Spiel.

  • Eingleitet wurde die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg im April 2014 mit der Wanderausstellung „14/18 Mitten im Krieg“ vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und einem Eröffnungsvortrag des Historikers Dr. O. Jessen mit dem Titel „100 Jahre Erster Weltkrieg: Verdun 1916. Urschlacht des Jahrhunderts“

  • Am 13. Juli 2015 konnte eine szenische Lesung mit regionalgeschichtlichem Schwerpunkt der bremer shakespeare company, die im Rahmen des Projekts „Aus den Akten auf die Bühne“ mit der Universität Bremen kooperiert, für das Willms gewonnen werden. Gespielt wurde für den gesamten Jahrgang 10 am Willms „Im Lager hat man auch mich zum Verbrecher gemacht. – Margarete Ries: Vom „asozialen“ Häftling in Ravensbrück zum Kapo in Auschwitz“. Anschließend fanden Theater-Workshops statt. Gefördert wurde das gesamte Projekt von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ).

  • Am 9. Februar 2016 konnte der Jugendbuchautor und Historiker Dr. Dirk Reinhardt für eine Lesung aus seinem historischen Roman „Edelweißpiraten“ mit anschließender Diskussion mit Schüler*innen aus den Jahrgängen 8 und 10 gewonnen werden. Der Roman basiert auf intensiven Recherchen in Archiven und Zeitzeugeninterviews.

  • Dass das Willms eine „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ ist, zeigt auch die Ausbildung von Neuntklässler*innen zu Coaches, die sowohl interessierte Schüler*innen der Jahrgänge 9 – 12 Delmenhorster und benachbarter Schulen als auch Erwachsene im Oktober und November 2016 durch die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ in der Delmenhorster VHS führen

  • Im Rahmen des Lutherjahres am Willms kooperieren die Fachgruppen Geschichte, Religion und Musik. Eingeläutet wurde dieses besondere Jahr mit einer Präsentation von Luthers Wirken und Wirkung von Siebtklässler*innen vor Schüler*innen eines Geschichtskurses der Oberstufe, der wiederum die Einladung zur Disputation der 95 Thesen angenommen und eigene Beiträge veröffentlicht hat. 2017 werden weitere vielversprechende Beiträge zum Lutherjahr folgen, u.a. ein Mahl mit Luther und Gästen.

  • Im Frühjahr 2017 soll die Wanderausstellung „abgestempelt. Judenfeindliche Postkarten“ der bpb am Willms gezeigt werden.

  • Projektwochen am Willms, darin:

    Leben in der Steinzeit – Schüler*innen bauen nach; 1914 – 1918: eine Region im Krieg

Mitglieder der Fachgruppe

Die Fachgruppe wird geleitet von Daniela Köhler.

Kerncurricula

Schulcurricula

Die schulinternen Curricula für die Jahrgänge 5 – 10 unter G9-Bedingungen werden zum Ende des Schuljahres 2016/17 komplettiert.

Leistungsfeststellung

Jahrgang Anzahl Klassenarbeiten Gewichtung der Klassenarbeiten Gewichtung der Mitarbeit
6 2 30% 70%
7 (epochal) 1  30% 70%
8 (epochal) 1  30%  70%
9 (epochal) 1  30%  70%
10 (G8), 1. Halbjahr 1 (90min)  40% 60%
10 (G8), 1. Halbjahr 1 (45min) 30% 70%
Q1.1 1 (90min) 40%  60%
Q1.2 1 (90min) 40%   60%
Q1.2 (P1-5) 2 (90min)  50%  50%
Q2.1 1 (90min) noch nicht für G9 beschlossen
Q2.1 (P1-3) 1 (300min) noch nicht für G9 beschlossen
Q2.1 (P4) 1 (220min) noch nicht für G9 beschlossen
Q2.1 (P5) 1 (90min) noch nicht für G9 beschlossen
Q2.2 1 (90min)  40%   60%
Abitur (P1-3) 1 (300min)
Abitur (P4) 1 (220min)

Die Fachgruppe Geschichte bereitet die Schüler*innen bereits ab Klasse 6 auf die Anwendung der in den Abiturprüfungen relevanten Operatoren vor: http://www.nibis.de/nli1/gohrgs/operatoren/operatoren_ab_2012/2009_10Ek_Ge_Po_neu.pdf

Arbeitsmaterialien

Die Fachgruppe Geschichte hat sich für das Lehrwerk „Zeiten und Menschen. Ausgabe N“ aus dem Schöningh-Verlag für den jetzigen Jahrgang 5 entschieden. Auf der nächsten Fachkonferenz Geschichte wird nach Durchsicht aller dann hoffentlich weitgehend komplett vorliegenden Lehrbuchreihen der Schulbuchverlage für G9 darüber abgestimmt, mit welchem Lehrwerk in den folgenden Jahrgängen gearbeitet werden soll.

In der Oberstufe werden unterschiedliche Lehrwerke und grundsätzlich verschiedenste ergänzende Materialien eingesetzt. Die Schüler*innen, die Geschichte als Prüfungsfach gewählt haben, schaffen ein Buch pro Kurshalbjahr an. Schüler*innen mit Geschichte als Ergänzungsfach werden von den unterrichtenden Lehrkräften mit Materialien versorgt.